Ausgequetscht

Der Kiezneurotiker beschreibt herrlich unaufgeregt und präzise die Folgen der Privatisierung der öffentlichen Daseinsfürsorge.

So muss das. So sollte das. So wollten sie das. Nochmal: Das ist Absicht. Unterstellen Sie nichts anderes wie etwa Fahrlässigkeit oder einfach nur unbeabsichtigten Kollateralschaden einer grundsätzlich guten Sache. Nein. Absicht ist es. Schnöde Absicht.

Klar muss das so. Es ist das Kernkonzept des real existierenden Monopoly, das sie unser Wirtschaftssystem nennen, dass aus allem, was noch irgendwie funktioniert der letzte Cent an Gewinn heraus gepresst wird. Alles im Namen des Wachstums.

Vom Kaputtsparen, wie man es hin und wieder hört, kann derweil keine Rede sein. Das Geld ist da, es fließt nur auf wundersame Weise den immer steiler werdenden Berg hinauf, sodass unten immer weniger übrig bleibt womit die, die die Arbeit verrichten anständig bezahlt werden könnten, oder nötige Investitionen gemacht werden könnten. Statt dessen wird alles und jeder auf Verschleiß gefahren.

Diese sogenannte Marktwirschaft strebt nach immer mehr Wachstum. Das wird einerseits durch Kürzungen der Ausgaben (sprich: der Löhne), andererseits durch immer größeren Absatz versucht zu erreichen. Ist dieses Paradoxon eigentlich schon mal irgend jemandem der Prediger des freien Marktes aufgefallen? Wer soll die Produkte wovon kaufen?

Was reg ich mich auf? Ich bewundere Kiezneurotiker ob seiner scheinbaren Gelassenheit die aus den Texten spricht, trotz dieses Irrsinns um uns herum.

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