Die Verelendung der Wohnungslosen in Hamburg

Dass ich das Bild der »Sozialen Schere« für ausgemachten Unsinn halte, weil es nicht skaliert, schrieb ich hier bereits. Die Auswirkungen freilich sind real und nirgends kann man das besser beobachten als zum Beispiel im Zentrum Hamburgs. Hier fährt man seinen pinken R8 lauf aufheulend spazieren; in unmittelbarer Nähe haben viele Wohnungslose ihre Zelte aufgeschlagen.

Die an der Helgoländer Allee müssen jetzt, nach monatelanger Duldung, weg. Jetzt, wo der Herbst vor der Tür steht. Ausgeführt von fleißigen, pflichtbewussten Drohnen in den Ämtern, die die Verantwortlichkeit untereinander hin und her schieben. Auf 14.000 schätzt man die Zahl der Wohnungslosen in Hamburg, davon etwa 2.000, die auf der Straße schlafen. Als »extreme Verelendung« beschreibt der Sozialarbeiter die Situation. Eine Unterbringung durch die Kommune ist nicht in Sicht, obwohl das Gesetzlich vorgeschrieben wäre. Im Gegenteil: es findet eine Politik der Abschreckung statt, vermutlich nach dem Motto »Wer nicht arbeitet, braucht auch kein Dach über dem Kopf«. Das wäre die logische Weiterentwicklung von Münteferings »Wer nicht arbeitet, muss auch nichts essen«. Apropos SPD: die ist seit 2011 in Hamburg politisch Verantwortlich. Wir sehen hier also die Vorstellung von »sozialdemokratischer« Politik der einst sozialdemokratischen Partei.

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