Interessenkonfliktvertreter

Es scheinen in Zigaretten neben Nikotin und Teer auch noch andere Substanzen vorzukommen, die die Suchtwirkung gezielt verstärken. Die werden von der Tabakindustrie bewusst zugesetzt um ihr Wachstum zu sichern. Nebenbei erhält diese Strategie auch noch Arbeitsplätze im Gesundheitssektor und der Pharmabranche. Schön zu sehen, wie die Mechanismen des Marktes hier zum Vorteil aller ineinander greifen.

Nun erdreistet sich die Bundesregierung doch glatt, gegen dieses Geschäftsgebaren vorzugehen. Das gefällt den Lobbyisten der Tabakindustrie natürlich gar nicht:

Durch den Rückruf von Zigaretten aus dem Handel drohe der Branche ein Schaden im „hohen dreistelligen Millionenbereich, vielleicht auch über einer Milliarde“, sagte DZV-Geschäftsführer Jan Mücke der „Bild am Sonntag“.

Verluste im hohen dreis… halt warte! Etwa der Jan Mücke? Jap, der Jan Mücke, der bis 2013 noch im Bundestag saß und es über den Stadtradt in Dresden bis hin zum Staatssekretär im Verkehrsministerum gebracht hat. Dieser Jan Mücke vertritt nun seit gut einem Jahr die Interessen der Tabakkonzerne, deren Produkte für rund 110.000 Tote jährlich verantwortlich sind. Das ist gut das vierfache aller Erst- und Zweitstimmen die in Mückes Wahlkreis 2009 für die FPD gestimmt haben. Die Beziehungen aus seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter stehen ihm bei seiner neuen Tätigkeit sicher nicht im Weg.

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