Niemand hat die Absicht ein Schlauchboot abzudrängen

Jetzt schickt die NATO also, geführt von Deutschland, Kriegsschiffe in die Ägäis. Der Einsatz soll sich gegen Schlepper richten, also diejenigen, die die Verzweiflung der Kriegsflüchtlinge nutzen um Profit daraus zu schlagen. Man kann es moralisch verwerflich finden, Geld dafür zu nehmen, Menschen in Nussschalen über das Mittelmeer zu Transportieren. Man sollte es nur nicht überraschend finden. Es ist die logische Konsequenz, wenn man keine legalen Wege nach Europa anbietet, nach dem man die Heimat der Flüchtenden in die Steinzeit zurück gebombt hat.

Freilich gibt man sich hier zurückhaltend. Man wolle keine Boote abdrängen oder gar versenken, nein nein. Man wolle Aufklärung betreiben um die Schleusernetzwerke zu identifizieren. Was dann passieren soll ist doch völlig egal, es wird dann schon die nächste Sau durchs mediale Dorf getrieben worden sein. Man vergisst so schnell heute. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja …

»Fährmann hol über!«

Nach dem der syrische Flüchtling dies dreimal laut gerufen hatte, sich aber kein Boot am Horizont zeigte, sagte er bei sich: »Nun gut, dann halt nicht. Geh ich wieder nach hause.« Die Schleuser die er erwartete, wurden nämlich schon längst von der Deutschen Marine im Dienste des Vaterlandes identifiziert und aufgeklärt.

Nein, dass ist nicht meine Regierung. War sie nie. Aber ich kann ja zu Ostern auf die nächste Friedensdemo gehen. Das ist so schön unspezifisch. Weltfrieden, hach.

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