Teh secret documents that bring yu freedom

Katja Kipping über ihre zwei Stunden im TTIP-Leseraum des Wirtschaftsministeriums.

Alles was bisher über dieses Abkommen bekannt wurde lässt nur den einen Schluss zu, dass dessen Ratifizierung die finale Kapitulation aller demokratischer Strukturen vor dem Kapital sein wird. Gegen diese Auffassung trommeln natürlich die am lautesten, die tatsächlich davon profitieren würden, beziehungsweise deren Handlanger auf politischen Schlüsselpositionen. Allein die Frage muss gestattet sein, welchen Grund es hat, um den tatsächlichen Text ein solches Geheimnis zu machen? Wenn wir denn tatsächlich in das gelobte Land eintreten, in dem Milch und Honig fließen, sobald dieses Abkommen besiegelt wurde, ja warum darf denn dieses Abkommen nicht an die Öffentlichkeit?

Die Antwort auf diese Frage liegt sicher schon ausformuliert in Gabriels Schreibtischschublade; sie wird sich wie so oft in das Theaterstück, das viele noch gerne Demokratie nennen, mehr oder weniger nahtlos einfügen. Der böse Russe oder der Chinese könnte es abschreiben oder so. Der eigentlich unauflösliche Konflikt mit den Figuren der Volksvertreter und dem Souverän, also denjenigen, von denen alle Macht auszugehen habe, fällt den meisten von uns doch gar nicht mehr auf. Startet heute nicht die drölfte Staffel GNTM?

Gegen die, denen diese unerträgliche Inkonsistenz zwischen Realität und Schauspiel so zu wider ist, dass sie den verborgenen Puppenspielern bis weilen die Maske herunter reißen, haben Sie auch schon vorgesorgt:

Ich hoffe, ich verrate kein Staatgeheimnis, wenn ich meiner Verwunderung Ausdruck verleihe, dass die Dokumente nur so von Rechtschreibfehlern strotzen. So wurde in auf den Dokumenten das Wörtchen „and“ (und) häufig als „andd“ geschrieben und der Artikel „the“ erschien als „teh“. Entweder die Unterhändler arbeiten schludrig. Oder es handelt sich hierbei um eine der berühmten Sicherheitsmaßnahmen. Falls jemand trotz Kameraverbot Fotokopien vom Bildschirm machen sollte, will man anhand der extra eingefügten Fehler nachvollziehen können, wer die Seiten geleakt hat.

Es muss diesen Herrschaften einiges daran gelegen sein, dass dieses Dokument geheim bleibt, wenn sie einen derartigen Aufwand betreiben. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass es sich hierbei um Flüchtigkeitsfehler handelt, die jede noch so ranzige Microsoft-Autokorrektur sofort beheben würde?

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