Geburtenrate bringt Bildungsagentur in Schwulitäten

Dresden. Montag morgen, 10.30 Uhr. Die kleine Mareike(6) freut sich, denn sie darf schon wieder nach Hause gehen. Wie schon in den letzten Tagen zuvor hat sie heute wieder einmal Lehrerfrei bekommen. Neben Mareike haben in Dresden hunderte weitere Grundschüler derzeit keine Lehrer, die sie betreuen. Die zuständige Sächsiche Bildungsagentur(SBA) erklärt dazu man versuche alles, um schnell neue Lehrer auszubilden und einzustellen, weist aber gleichzeitigt die Schuld an dieser Bildungsmisere von sich: »Die ungewöhnlich hohe Anzahl an 4 bis 5 Jährigen unter den Neugeborenen im vergangenen Jahr hat uns kalt erwischt« gibt Margot Brinkman, Leiterin der Regionalstelle Dresden der SBA, zu bedenken und versichert, man arbeite »mit Hochduck« an einer Lösung dieses unvorhergesehenen Problems.

Dabei kann sich die Sächsische Bildungsagentur auf zuvor geschaffene, schlanke und zugleich effektive Strukturen stützen. Im Gegensatz zum ehemaligen Regionalschulamt kann in der SBA auch länger als bis 14 Uhr, an Freitagen sogar länger als bis 11 Uhr gearbeitet werden. Auch aus marktstrategischer Sicht war die Umbenennung ein Erfolg. So überantworten die Eltern ihre Schützlinge lieber einer privatwirtschaftlich anmutenden Agentur als einem verstaubten Amt. Ziel dieser schlanken Strukturen sei es, »Ressourcen kurzfristig dann frei zu geben, wenn sie benötigt werden, um so schneller auf die sprunghaften Nachfragezahlen im Bildungsmarkt zu reagieren«, betonte der Direktor der SBA, Bernhard Medorn. Als Teilnehmerin dieses Marktes ist sich Mareike sicher noch nicht ihrer Funktion bewusst, freut sich aber schon auf die Zeiten nach dem Lehrerfrei. Als erstes möchte sie bald ihren eigenen Namen schreiben können.

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