Tour durch den Herbst zu den Zschirnsteinen

Die Temperaturen der letzten Tage kündigen schon deutlich vom nahenden Winter. Doch am Mittwoch hat sich der Herbst noch einmal durchgesetzt und von seiner schönsten Seite gezeigt. Klettern fiel aus, dafür vermuteten wir die Felsen in einem noch zu nassen Zustand. Dafür sollte es eine (längst überfällige) Wanderung zum Großen und Kleinen Zschirnstein sein, jene markanten Tafelberge, die den Deutschen Teil des Elbsansteingebirges im Südosten begrenzen.

Eigentlich bin ich kein großer Fan von Herbst und Winter (nass, kalt, dunkel). Aber gerade zu dieser Jahreszeit kann der Freizeit-Knipser den ein oder anderen gelungen Schnappschuss landen.Vor allem, wenn die Nebelgeister, wie Frank sie nennt noch unterwegs sind.

Los ging’s vom Parkplatz am Fuße des Zirkelsteins in Schöna, vorbei am Reuterhof zum Alten Marktweg. Der Wind blies recht unangenehm ins Gesicht und die Suppe hing noch tief. Der größte Teil des Weges verlief dann zum Glück im Wald.

Nach knapp 2km erreichten wir eine Kreuzung mit Hütte, ab der die Aussicht auf dem Großen Zschirnstein ausgeschildert war. Ab hier ging es auch leicht bergauf, sodass man ab jetzt von einer Wanderung sprechen konnte. Wenige hundert Meter später lockte uns ein Wegweiser »Pulverkammer« vom bequemen Gipfelpfad ab. Die Pulverkammer entpuppte sich als ein paar Löcher in im Wald liegenden Quacken in denen das Schwarzpulver gelagert wurde, in Zeiten als hier noch Basalt abgebaut wurde. Umkehren wollten wir aber auch nicht, zumal der Weg auch irgendwie weiter zu gehen schien. Dieser wurde dann im weiteren Verlauf aber immer schmaler und irgendwann befanden wir uns schon in der Südseite des Massivs auf einem schmalen Band unterhalb des Gipfelplateaus. Wir passierten eine liebevoll eingerichtete Boofe, folgten den Spuren des inzwischen nur noch als Trampelpfad zu erkennenden Wegs und landeten nach kurzer Zeit wieder auf dem Hauptweg, der auf dem großen Tafelberg zur Aussicht an der Südspitze führte.

Der Waldboden war bedeckt vom ersten Schnee der letzten Woche, da die Bäume aber noch Laub besaßen, ergab sich ein interessantes Bild, was man als Städter auch nicht so häufig zu sehen bekommt.

Inzwischen hatte sich die Sonne komplett durch die Wolken gekämpft. So bot sich an der Südwestseite ein schöner Blick über die Ausläufer des Elbsansteins.

Der immer noch straffe Südwind unterstrich die raue Schönheit dieser Landschaft.

Diesem Aussichtspunkt direkt vorgelagert steht der »kleine Zschirnsteinturm«, als Klettergipfel gut zu identifizieren anhand der Gipfelbuchkartusche:

Die Wege an der Schartenseite sehen durchaus interessant aus, vor allem der »Geburtstagsweg« (VIIc), der rechts der Kante über den Überhang führt.

Nach einer Mittagspause in der Sonne, ging es weiter zum kleinen Zschirnstein. Auch hier kam die Lust aufs Klettern wieder hoch angesichts der am Gipfel angelehnten Steine. Vor allem der Wackelstein sah hier sehr interessant aus. »Flying Horse« (3/VI) muss ich mir bei Gelegenheit mal genauer anschauen.

Auf dem Schlösserhübelweg ging es zurück durch den bunten Wald.

Wo es am Boden schon gefriert, müssen die Pilze halt eine Etage höher wachsen.

Zurück in Schöna blieb noch genügend Zeit, für einen Abstecher auf den Zirkelstein.

Wieder unten, verabschiedete sich die Sonne hinter den Zschirnsteinen.

(Die Bilder dürfen unter der Bedingung der CC-BY Lizenz gern verwendet werden)

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Eine Antwort auf Tour durch den Herbst zu den Zschirnsteinen

  1. Reinhard Sonntag sagt:

    Mein lieber David, da habe ich mich aber gefreut, am liebsten wäre ich mitgegangen, aber mehr als 4 km schaffe ich nicht mehr. Ich hatte eine schöne Zeit bei meinen Urenkeln in Velbert und Herne, habe auch Annegret mit Familie besucht.Liebe Grüße dein Reinhard

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