Die Revolution bleibt aus

Ich habe es schon vor einiger Zeit aufgegeben, das Bildblog regelmäßig zu verfolgen. Dabei ist es nicht die Qualität, die mich stört, sondern die Widerwärtigkeit der dokumentierten Geschichten, die mir allzu regelmäßig die Laune verdarben. Nichts desto weniger, die Arbeit die dort geleistet wird sehe ich sehr hoch an und halte sie für enorm wichtig.

Volker Pispers rechnete schon ein ums andere mal vor, dass dieses Land es nicht schafft, 13 Millionen Menschen eine Arbeit zu geben, die ein würdiges Auskommen sichert. Schuld daran ist der Neoliberalismus, der sich als roter Faden seit Jahrzehnten durch die Politik zieht. Austärität, Privatisierung und damit konsequente Umverteilung von Unten nach Oben sind nur einige der Eckpfeiler, die unabhängig der gerade regierenden Parteien der Ungerechtigkeit immer schneller Vorschub leisten.

Dafür, dass dieses Viertel (von grob geschätzt 54 Millionen Menschen im Alter der Erwerbstätigkeit) aber nicht aufsteht und diesen Weg der Politik ernsthaft zu hinterfragen beginnt, leistet »Bild« in guter Regelmäßigkeit ihren Beitrag, in dem sie Minderheiten als Feindbilder zeichnet und damit die Schwachen sich gegenseitig bekämpfen lässt. Mag sein, dass ich diese geistigen Beckenrandschwimmer, die dort kommentieren, als zu relevant einschätze, aber solange »Bild« (und andere Machwerke) die Medienlandschaft dominieren, wird sich in diesem Land nichts ändern. Der Trend, so zeigt es die jüngere Vergangenheit, lässt leider nichts gutes hoffen.

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