Freiheit ist Sklaverei

Um in Zeiten niedrigster Zinsen sein Geld weiterhin für sich arbeiten zu lassen bedarf es kreativer »Finanzprodukte«. Wie wäre es zum Beispiel mit Studenten als Geldanlage?

Der Deal ist denkbar einfach: der Student bekommt seine Studiengebühren, dafür bekommt der Anleger ein Wertpapier, das er an einer Börse handeln kann. Ich stelle mir das bildlich vor, wie mehrere Dutzend Hosenträger, kurz nach Veröffentlichung der Klausurergebnisse, auf dem Parket wild gestikulierend die >2,7 in »Wirtschaftsmathe« abstoßen wollen. Die Kurse Jener rauschen alsbald in den Keller.

Wer letztendlich Besitzer der Studenten Anleihen wird, ist völlig offen. Denkbar wäre aber, dass der zukünftige Arbeitgeber sich seine Sklaven Angestellten an der Börse kauft. Das wiederum eröffnet flexible Möglichkeiten der Rückzahlung in dem das Darlehn plus Rendite z.B. direkt vom Lohn abgezogen wird. Besonders günstig würden sich hier Studenten mit mittleren bis schlechten Abschlüssen oder gar ohne Abschlüssen erweisen, deren Aussichten auf Alternativen sind nahe Null, vor allem wenn dein Finanzier mit Rückforderungen im Nacken sitzt.

Würde man jetzt denken, diese Idee stammt von sadistischen Finanzhaien in großen Banktürmen, man wäre auf dem Holzweg. Es sind hier die Studenten selbst, die sich freiwillig verkaufen mit der Aussicht auf, achtung: »Freiheit«.

»Ein sinnstiftendes Investment« sei das, sagt er, eine nachhaltige Geldanlage, die jungen Menschen Freiheit geben soll […]

Wo will man da noch widersprechen?

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