Die Konsequenzen der Privatisierung

Nach mehreren Wochen Streik bei der Deutschen Post AG ist nun ein »Kompromiss« zu Stande gekommen, der mich als Angestellten ziemlich ankotzen würde. Von der einstigen Kernforderung, dass den Angestellten nicht durch irgendwelche BWLer Taschenspielertricks (»regionale Tochterunternehmen«) der Lohn zusammengestrichen wird, ist nichts mehr übrig. Dafür eine Einmalzahlung und eine Lohnerhöhung die knapp über der Inflation liegen dürfte. Wer so eine Gewerkschaft hat, braucht keinen Konzern mehr zum Arbeitgeber.

Wie läuft es derweil am anderen Ende, beim Kunden?

dhl-statusDie Sendung konnte nicht zugestellt werden, der Empfänger wurde benachrichtigt.

Eine der interessantesten Eigenschaften am Home-Office ist, dass man den ganzen Tag Zuhause ist. Hier hat heute niemand geklingelt. Auch fand keine Benachrichtigung den Weg in unseren Briefkasten. Es passiert, seit wir hier in Norderstedt wohnen, öfter, nicht nur zu Weihnachten oder nach Streiks, dass ich meinen Paketen hinterher rennen muss. Die Angestellten sind also schon im Normalbetrieb überlastet. Eine »konnte nicht Zugestellt werden wegen zu hohem Aufkommen«-Option bietet der Konzern seinen Mitarbeitern gar nicht erst an. Würde ja auch nicht ins Bild eines Global Player Logistikkonzerns passen.

An solchen Tagen möchte ich all den Spinnern, die stetig Argumentieren, der Staat könne nicht mit Geld umgehen und Privatisierung wäre für alle das Beste, diese Zustände schön ins Gesicht schmieren und verreiben, auf das ihre Wangen schön rosa werden und der Kopf vielleicht wieder etwas besser durchblutet werde. Entschuldigt, ich schweife ab.

Zurück zu den AGs die von der Deutschen Bundespost übrig geblieben sind: Die Telekom garantiert Geschäftskunden derweil ab 2018 eine Verfügbarkeit von 98% für ihre Telefon und Internetanschlüsse und eine Entstörung innerhalb 8 Stunden. Das Leistungsspektrum entwickelt sich hier zurück, anstatt das es verbessert würde. Lässt man dieses zynische Argument, der Staat könne nicht wirtschaften, für nur einen Augenblick mal zu, müsste man hier sofort fragen wieviel schlechter er denn hier noch wirtschaften solle? Aber es geht wie immer nicht ums Wirtschaften oder gar um Gemeinwohl, nein es geht um Profit. Ist es immer nur gegangen. Beide Konzerne fuhren in den letzten Jahren satte Gewinne im Milliardenbereich ein.

Wer waren eigentlich die Verantwortlichen, denen wir die Privatisierung zu verdanken haben und wurden die schon angeklagt? In ihrer Aufgabe, Schaden vom Deutschen Volke abzuwenden, sind sie ja grandios gescheitert.

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